Grundschule braucht Ergebnisse, nicht Modellversuche
"Flexible Grundschule" löst das Problem der frühen Auslese im Bildungssystem nicht
Die Grünen im Bayerischen Landtag halten den Modellversuch "Flexible Grundschule" für nicht ausreichend. "Die Erkenntnis, dass Kinder individuell gefördert werden sollen, ist nicht neu - sie muss jetzt aber endlich in der Breite umgesetzt werden", erklärt die Bildungsexpertin Simone Tolle. Die Voraussetzung seien natürlich kleinere Klassen und die Möglichkeit eine zweite Lehrkraft einzusetzen.
Simone Tolle: "Natürlich ist es sinnvoll und wünschenswert, wenn die Kinder die ersten Jahre mit unterschiedlichem Tempo lernen können, aber ab der Klasse drei sind sie nach wie vor dem Übertrittsdruck ausgesetzt und müssen dann alle auf das gleiche Level beschleunigen." Das Leistungsdruckproblem werde so nur verschoben, nicht behoben. "Damit kann man noch lange nicht von einer flexiblen Grundschule sprechen." Die Grünen plädieren daher für eine längere gemeinsame Schulzeit und die Abschaffung der frühen Auslese im bayerischen Bildungssystem.